Gassigehen in der dunklen Jahreszeit

Darauf müssen Sie achten...

Wenn die Tage kürzer und damit meist auch kälter werden ist so einiges im Wandel. Pullis hängen wieder im Kleiderschrank, die Winterreifen kommen aufs Auto. Man genießt es plötzlich wieder daheim zu sein. Kerzen stehen flackernd im Raum und die Kuscheldecke macht es angenehm gemütlich. Eines ändert sich jedoch nicht. Ihr Hund muss nach wie vor vor die Tür… und damit auch Sie.


Muss ich wirklich?

Ja, Sie müssen. Verständlicherweise schließen wir immer von uns auf andere. Wenn ich lieber daheimbleibe, möchte das mein Vierbeiner doch bestimmt auch?! Durch die Unannehmlichkeiten wie Kälte, Nässe und Dunkelheit fallen die Spaziergänge dann oft auch kürzer aus. Richtig ist das nicht, wenn auch nachvollziehbar. Sie bekämpfen Ihren inneren Schweinehund am besten, wenn Sie feste Gassi-Routen haben. Setzen Sie sich diese als Minimalleistung, ihr Liebling wird es Ihnen danken. Die dunkle Jahreszeit ist nämlich nicht nur für unser Gemüt belastend, nein, wir übertragen das auch oft auf unseren Schutzbefohlenen. Hunde können ebenso wie Menschen geradezu depressiv werden und was für den Zweibeiner gilt, ist auch eine Wahrheit für Ihren kleinen Fellball: Bewegung hilft! Davon profitieren Sie beide! Neben der seelischen Verfassung sind aber natürlich alle anderen Faktoren wie immer gültig. Rudeltiere brauchen Auslauf, daran führt kein Weg vorbei.


Was muss ich im Dunkeln beachten?

Sie müssen gesehen werden, also sie beide. Gerade die Abwesenheit von Licht birgt viele Gefahren, die leider so allgegenwärtig erscheinen, dass wir uns ihnen oft nicht bewusst sind. Es ist eben Alltag. Ihr Hund hat beispielweise für Autofahrer sowieso schon eine schlechte Höhe. Oft können diese ihn gar nicht sehen, wenn er zwischen parkenden Autos auf einmal auftaucht. Ähnlich der Fahrschulsituation mit dem Kind und Ball, die wir alle kennen. Das wird nachts ja nicht besser. Glätte ist ein weiterer Faktor, der zu beachten ist. Ist Ihr Tier schlecht erzogen kann das an der Leine ungut ausgehen, wenn Sie keinen festen Stand haben. Radfahrer sind das nächste Problem auf das Sie achten müssen. Ist Ihr Hund an der Leine, kann diese von Radfahrern oft im Dunkeln nicht gesehen werden. Zu allem Überfluss sehen nicht nur andere, sondern auch Sie selbst und Ihr Hund in der Finsternis schlecht. Verlieren Sie Bello auf einem Feld oder im Wald aus den Augen kann das zum Problem werden. Es gibt also viele Stolpersteine. 
Nicht zu vergessen, dass Sie in der Regel haften, wenn durch Ihren Flohfänger etwas geschieht. Das kann auch passieren, wenn Sie eigentlich gar nichts dafürkönnen, viel Spaß!


Was hilft mir bei diesen Umständen?

Achtsamkeit! Der beste Schutz ist immer noch Aufmerksamkeit der jeweiligen Situation gegenüber. Sie müssen einfach bewusster Gassi gehen und ihren Hund nicht wie vielleicht im Sommer einfach nachtraben lassen während Sie auf Ihr Smartphone schauen. Dazu ist es ein Unterschied wie Himmel und Hölle, wenn Ihr Hund gut erzogen ist. Das ist mehr als die halbe Miete.
 
Ansonsten gibt es natürlich auch Hilfsmittel, die sie erwerben können und sollten. Reflektoren sind ein guter Anfang. Sie stören Ihren Hund nicht, da sie nur passiv agieren, also nur leuchten, bzw. reflektieren, wenn auch Licht darauf fällt. Autofahrer und Radfahrer haben so wenigstens noch die Chance zu reagieren. Das ist in urbaner Gegend gut, hilft Ihnen aber rein gar nichts auf dem Land und Feld. Dennoch gehören Reflektoren an vorzugsweise das Rumpfgeschirr Ihres Tieres, an Ihre eigene Kleidung und am besten noch an die Leine. Wahlweise gibt es natürlich auch Klamotten und Geschirr, die so etwas schon „eingebaut“ haben. 

Dauerleuchten, also LED Anhänger oder Blinklichter helfen Ihnen dagegen in jeder Situation, sind aber auch nicht jedermanns Geschmack.  Spätestens wenn Ihr Hund wie ein Weihnachtsbaum leuchtet haben Sie es übertrieben. Achten Sie hierbei darauf diese Leuchtmittel nicht in das Sichtfeld Ihres Hundes zu bringen. Also eher am Körper, als am Hals oder Kopf. Schaffen Sie nicht durch überführsorglichen Aktionismus ein neues Problem. Anders als Katzen, sehen unsere treuen Freunde im Dunkeln wirklich schlecht, da ist Streulicht in den Augen nicht hilfreich. Halten Sie nach Sonnenuntergang auch immer Blickkontakt zu Ihrem Ein-und-Alles. Haben Sie zumindest ein paar dieser Ratschläge beherzigt, sollte nichts schiefgehen. Wenn aber doch ist da eben eine Sache, auf die Sie zurückgreifen sollten. Versichern Sie Ihr Tier. Am besten so, das auch andere Personen Gassi gehen können und sie dennoch abgesichert sind. Unverhofft kommt leider oft.


Gibt es außerdem noch etwas, auf das ich achten kann? 

Wenn Sie es zeitlich schaffen, sollten Sie die „große Runde“ in eine Tageslichtzeit verlegen. Abends reicht dann oft das obligatorische vor die Tür gehen. Kleiden Sie sich in jedem Fall richtig, festes Schuhwerk ist, wenn Glätte droht und Sie Ihr Monster bändigen müssen, ein echter Heilsbringer. Laufen Sie, wenn Sie auf Straßen gehen müssen gegen die Fahrtrichtung und so, dass Ihr Hund der Straße abgewandt dahinwackelt. Guten Lauf!